Keramik Kurse

 

München, das war nicht nur die „große Architektur“ der Innenstadt, das waren ebenso die ärmlichen Häuser … der Herbergenquartiere der Vorstädte. Die „Kunststadt“ hat sich an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert sehr darum bemüht, diese Tatsache zu ignorieren. Nach Ächtung, systematischer Dezimierung und endlich Kriegszerstörung hat das moderne München die einstige „Gegenstadt“ der kleinen Leute … weitgehend aus seiner Erinnerung gestrichen.
Aus dem Buch „Nachbarschaften, Altmünchner Herbergenviertel und ihre Bewohner“
von Richard Bauer und Eva Graf, 1984, Heinrich Hugendubel Verlag

Auch der Haidhauser Herbergenhof war vom Abriss bedroht. Er wurde in letzter Minute durch Bezirksausschuss und Stadtrat gerettet und konnte so in seiner alten Bausub­stanz weit­gehend bewahrt werden. Seit Beendigung der aufwändigen Sanierung durch die Stadt 1989 beleben hier kreative Menschen mit ihren Werkstätten und Familien und ein städtischer Kindergarten diesen besonderen Ort.
2005 wurde unter der über hundertjährigen Esche das Kulturfestival „OBACHT! kultur-im-quartier.de“ aus der Taufe gehoben.

 
Die kleine Galerie und die Werkstatt ist nach telefonischer Absprache zu besichtigen. (089-4471586)Mehrere kleine Räume beherbergen die Modellier-, Dreh–und Glasurwerkstatt.Am Platz des ehemaligen Ziegenstalls steht heute der Brennraum mit zwei Brennöfen. Drei Ziegen aus Bronze im Garten hinter dem Haus erinnern daran.
Kriechbaumhof-bGenau gegenüber der Töpferei steht der Kriechbaumhof (benannt nach den damaligen Besitzern, der Familie Kriechbaum). Er ist eine ehemalige Herberge, in der Zugezogene im 18. und 19. Jahrhundert eine Bleibe fanden. Sie konnten sich Zimmer oder Stockwerke mieten bzw. sogar kaufen, zu denen jeweils eigene Treppen führten …
… Das führte zu der besonderen Architektur des Holzhauses mit dem umlaufenden Balkon und verschiedenen Treppen. 1976 wurde der Hof abgetragen, eingelagert und erst im Jahr 1985 wiedererrichtet. Heute hat sich dort der Deutsche Alpenverein eingemietet, der das Haus als Jugendtreffpunkt nutzt. Auch die Münchner Volkshochschule arbeitet hier und diverse Einzelinitiativen.
In dem Herbergenhaus gleich rechts neben der Töpferei befindet sich ein Ableger des Münchner Stadtmuseums, – das Üblackerhäusl.Hier kann man an original eingerichteten Zimmern bestaunen, wie die Tagelöhner im 18. Jahrhundert gelebt haben. Und es gibt regelmäßig kleine Kunstausstellungen.üblackerhäuschen Und wer die Filme von Pumuckl und Meister Eder gesehen hat, dem wird die Gegend hier sehr bekannt vorkommen: Genau hier schlich Pumuckl um die Häuser, wenn er sich wieder einmal nicht nach Hause traute …